Chronik der Ortschaft Lichtenberg

Chronik der Ortschaft Lichtenberg - Teil 2

Blick auf Lichtenberg

Von der Geschichte bis zur Gegenwart

Teil 2

GASTHOF

In Lichtenberg gab es eines der 5 Erblehngerichte des Amtes Radeberg, das schon 1517 als Freigut mit 3 Hufen erwähnt wird. Es besaß wie die anderen Erblehngerichte auch volle Braugerechtigkeit. Der Ausschank erfolgte im Obergasthof, der unmittelbar südlich an einer Straßenabzweigung steht. Das Gut selbst liegt am Südhang des Höhenzuges, der vom Eichberg über den Steinberg nach dem Schafberg verläuft.

KIRCHE

Die Kirche von Lichtenberg gehört zu den weithin sichtbaren Landmarken der Gegend. Sie liegt inmitten des Oberdorfes am Südhang des Eichberges. Der Überlieferung nach soll sie Bischof BENNO der Heilige 1106 gleichzeitig mit den Kirchen von Bischofswerda, Pohla und Göda haben errichten lassen. Die große, mit etwa 1.000 Sitzplätzen ausgestattete Kirche stellt einen achteckigen Zentralbau mit umlaufenden doppelten Holzemporen dar, der auch in der Anordnung von Turm und Sakristei ein Vorbild in der Lohmener Kirche besitzt. Die Pläne für die Lichtenberger Kirche stammen von Ernst Hermann ARNDT in Dresden, ausgeführt wurde das Werk 1810 bis 1841 unter Mitwirkung des Maurermeisters SCHRÖTER in Pulsnitz und des Zimmermeisters ZILLER in der Hoflößnitz. Die Ausmalung von 1907 bis 1908 erfolgte nach Skizzen von Max Heras in Dresden. Als beachtliche Zimmermannsleistung gilt die von den 8 Pfeilern getragene flachelliptische Kuppel.

An der südlichen Friedhofsmauer ragte unmittelbar neben dem Pfarrhaus als einziges erhaltenes älteres Denkmal die sandsteinerne Grabplatte des 1697 verstorbencn Pastors Balthasar ROSE nur zu zwei Dritteln heraus. (Heute ist diese Grabplatte in der Kirche im Eingangsbereioch gesichert.) Das Pfarrhaus, Mittelbacher Straße 7, stammt von 1756 und wurde 1892 erneuert. Über dem massiven Erdgeschoß folgt das verbretterte Fachwerkobergeschoß. Unter dem ziegelgedeckten Satteldach sitzt ein kräftiges Holzgesims.

HÄUSER UND GEBÄUDE

Auch im Dorfe sind die Fachwerkobergeschosse vielfach verbrettert, über die Stöße sind Deckleisten genagelt, um die Fenster Umrahmungen. Das letzte erhaltene Umgebindehaus befindet sich Hauptstraße 80. Das Wohnhaus des kleinen Anwesens steht mit dem Giebel zur Straße und hat im Giebel 3, in der Hofseite 2 Umgebindejoche. Sie sind wie das Fachwerkobergeschoß und das Giebeldreieck verbrettert. Im rechten Winkel dazu folgt der Scheunenanbau, der Wohnungen erhielt.

SCHULE

Ein erster Lehrer ist in Lichtenberg 1683 erwähnt. Das erste Schulgebäude stammt von 1828.
Heute besuchen die Schüler der Klassen 1 bis 4 die Grundschule im Ort, während die der Klassen 5 bis 10 zur Mittelschule nach Pulnitz fahren. (??)

MÜHLEN

Nachdem sich zwei Quellrinnsale zum Lichtenberger Bach vereinigt haben, besitzt dieser eine ausreichende Wasserführung zum Mühlradantrieb. Unmittelbar an dieser Vereinigung und am unteren Dorfende liegt die Ober- oder Körnermühle, ein Stück bachabwärts die Niedermühle. Beide, bis nach 1900 in Betrieb, verbindet der Kärrnerweg mit Kleinditttmannsdorf. Den Wohnhausgiebel der Obermühle ziert ein Müllerwappen mit einer Krone darüber.
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges entstanden in Lichtenberg mehrere gemeinnützige Einrichtungen, so für die medizinische Betreuung, sportliche Betätigung und für die Unterbringung der Kleinst- und Kleinkinder. Für die Bevölkerung wurden 4 Häuser mit insgesamt 38 Wohnungen erbaut, weitere Wohnungen entstandenen in der Nähe einer Milchviehanlage. Im Jahre 1953 wurde eine LPG gegründet. Nach 1990 konnten viele der vorhandenen Häuser wieder instant gesetzt werden.

Überarbeiteter Auszug aus Band 27 "Werte unserer Heimat"

Druckansicht
Gutshof vom ehemaligen Freigut
Gutshof des ehemaligen Freigutes
Oberer Gasthof
Der Obere Gasthof
Kirche von Lichtenberg
Die Kirche von Lichtenberg
Grabplatte von Pfarrer Rose - in der Kirche
Grabplatte von Pfarrer ROSE
Die Lichtenberger Schule
Die Lichtenberger Schule
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(Quellenangaben)