Die Quelle der 24 km langen Prießnitz liegt im Rossendorfer Teich bei 281 m ü. NN. Ihre Mündung in die Elbe befindet sich in 106 m Höhe bei Dresden-Neustadt. Dem Namen des Flusses, 1441 Breßynicz, 1527 Brißenitz, liegt altsorbisch breza = Birke zugrunde.
In der Nähe des Waldbades Klotzsche biegt die Prießnitz in einem markanten Knick von ihrer Südost-Nordwest-Fließrichtung in einen Nordost-Südwest-Verlauf um. Die Ursache für diese Richtungsänderung kann mit der Herausbildung des heutigen Elbelaufes seit dem Miozän in Verbindung gebracht werden. Hier kreuzen sich auch zwei tektonische Linien, die Westlausitzer Störung und die Lausitzer Verwerfung. Die Talform entspricht einer Kerbsohle mit einer Auenbreite bis 50 m, stellenweise sogar bis 100 m. In ihr können drei Terrassen in verschiedener Höhe verfolgt werden. Stellenweise laufen die beiden unteren, zusammen nur etwa 3 m hohen Terrassen ineinander, während die am höchsten gelegene etwa 10 m mächtig ausgeprägt ist.
Im Sommer führt das 3 - 5 m breite Bachbett nur wenig Wasser, so daß Bänke aus hellgelbem Sand sowie bei Hochwasser mitgebrachtes Reisig und Holz bloß liegen. Durch Zerstörung früherer Uferschutzbauten schafft der Bach bei weiterer Erosion Prallhänge, die bei Unterspülung sogar zu Abbrüchen führen können, wie in der Nähe der Prießnitztalstraße bei Meschwitz' Ruhe auf einer Länge von etwa 30 m zu sehen ist. An einem Betonwehr im Prießnitzbett, oberhalb der Einmündung des Nesselgrundes, befindet sich der Wassereinlauf zu dem 1902 eingerichteten Fluß- und Luftbad, heute Waldbad Klotzsche.

(Mit Klick auf das Bild wird der "Riegel" gezeigt.)
500 m oberhalb des Baches quert ein Riegel aus verändertem Granodiorit das Bachbett und gibt somit Anlaß zur Bildung eines niedrigen Wasserfalls, der aber eher einer kurzen Stromschnelle gleicht.
Von den insgesamt 35 mehr oder weniger regelmäßig wasserführenden Nebenbächen erreichen zwischen Kannenhenkel- und Kellerbrücke nur wenige die Prießnitz. Von rechts münden das Steingründchenwasser an der Kannenhenkelbrücke, benannt nach dem alten, vom Volksmund umgedeuteten Waldzeichen P, und das Schwarze Bildwasser, bezeichnet nach einem heute nicht mehr vorhandenen Heiligenbild im Langebrücker Revier. Zwei weitere von rechts, und zwar aus der Nähe der Klotzscher Kurwiese kommende Rinnsale im Kleinen und Großen Kretzschelgrund versickern bereits etwa 500 m vor der Prießnitz im Heidesand Diese hydrographisch interessante Erscheinung tritt am östlichen Elbtalrand häufig auf. Man nennt sie auch "Verlorene Wasser".
Auch das Sandschluchtflüßchen, das auf seiner Länge von reichlich 1 km etwa 70 m Gefälle überwindet, versiegt kurz vor der Einmündung in die Prießnitz bei Meschwitz Ruhe. An seinem Oberlauf, an der Sandbrücke, ist das Tal als breite Quellmulde ausgebildet, verengt sich bald zu einer Kerbe mit einer schmalen Sohle, auf der früher sogar Teiche Platz fanden, um sich nach der Überschreitung der Westlausitzer Störung wiederum steil einzutiefen. Die sehr starke Erosion des Sandschluchtflüßchens wird durch Einbau von Holzplanken etwas gemildert.
Wo Sandschluchtflüßchen und -weg das Prießnitztal erreichen, befindet sich Meschwitz' Ruhe, eine 1,5 m hohe granitene Erinnerungssäule an den Forstmeister Friedrich Wilhelm MESCHWITZ, unter dessen Leitung unter anderem 1876-79 der Sandschluchtweg ausgebaut wurde. Auf ihn gehen auch die Baumreihen an der Stauffenberg- und Marienallee in Dresden-Neustadt zurück.
Im Unterschied zum Lößnitzgrund ist die Waldvegetation im Prießnitztal ziemlich einförmig und forstlich stark umgewandelt. Die Oberhänge und Plateaulagen tragen meist Kiefern, denen einzelne, zum Teil alte, starkästige Rotbuchen beigemischt sind. Seltener treten reine Buchenbestände auf. Der Talgrund wird heute meist von Fichten eingenommen. Diese Abstufung zeigt Ähnlichkeiten mit der im Elbsandsteingebirge verbreiteten.
Die Bodenflora der Kiefemforsten setzt sich hauptsächlich aus Säurezeigern zusammen. Arten, wie Adlerfarn (Pteridium aquilinuns), Pillensegge (Carex pilulifera) und Wiesenwachtelweizen (Melampyrurn pratense), deuten
noch auf den ursprünglichen Eichen-Birkenwald hin. Mit Pfeifengras (Molinia coerulea) und anderen feuchtehebenden Arten erweisen sich auch die Fichtenforsten als Ersatzgesellschaften für ehemalige Eichen-Birken-Bestände feuchter Ausprägung. Das häufige Auftreten von Zittersegge (Garex brizoides), Waldzwenke (Brachypodiuw silvatirum) und Riesenschwingel (Festuca gigantea) deutet auf frühere Laubholzbestände hin. In den bodensauren Nadelforsten kommt in großer Menge das im Erzgebirge häufige subatlantisch-montane Steinlabkraut (Gahum hercynicunz) vor. Kleine staunasse Senken beherbergen Erlen-Sümpfe mit Roterle, Sumpfreitgras (Calanzagrostis canescens), Flatterbinse (Juncus effusus) und Sumpfpippau (Grepis paludosa).
In der Umgebung des Wasserfalls an der Prießnitz ist die Vegetationsgliederung besonders gut ausgebildet. Hier mischen sich auf Grund der höheren Luftfeuchte noch zahlreiche anspruchsvolle Laubwaldpflanzen, wie Nickendes Perlgras (Meiica nutans), Springschaumkraut (Gardanzine impatiens), Stemmiere (Stellaria holostea), Bingelkraut (Mercurialis perennis) und Mauerlattich (Mycelis niuralis), zur sonst verbreiteten Artengarnitur, die in der Baumschicht durch Bergahorn bereichert wird. An den Felsen gedeihen zahlreiche Farne, so Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) und Männlicher Wurmfarn (Dryopteris fitix-mas). Dazu gesellt sieh die Teufelsklaue (Huperzia selago) an einem ihrer wenigen Fundorte außerhalb des Berglandes. Als montane Art verleiht sie in gleicher Weise wie Gegenblättriges Miltzkraut (Ghrysospleniuni oppositifolium) und Behaarter Kälberkropf (Chaerophyltum hirsutum), die am Ufer der Prießnitz vorkommen, dem Gebiet ein montanes Gepräge.
In dem Wasser der Prießnitz finden Flohkrebse (Ansphipoda), Strudelwürmer (Turbellaria) und andere niedere Wassertiere zusagende Lebensbedingungen. Auch Forellen, vorwiegend Bachforellen finden sich in der Prießnitz. Unmittelbar am Bach halten sich Stockente und Gebirgsstelze auf, während die seltene Wasseramsel nur in manchen Jahren, beispielsweise nahe der Kellerbrücke und beim Wasserfall, brütet. In der Nähe des Ufers können wir Gimpel und Zaunkönig antreffen.
Auf ihrem Weg durchquert die Prießnitz auch mehrere Brücken, zwei davon heißen "Todbrücke". Eine befandt sich einst in der Nähe der Ullersdorfer Mühle, auch Todmühle genannt. Die zweite, aus dem Jahr 1842 (letzter Neubau), befindet sich unterhalb des Waldbades von Klotzsche. (Siehe Bild). Die Namen gehen auf eine alter Tradition des Todaustreibens zurück, gemeint ist damit das Winteraustreiben. (siehe auch unter Todmühle)
Als Angelgewässerr wird die Prießnitz vom DAV bewirtschaftet und hat von der Todenmühle Ullersdorf bis zur Heidemühle die Gewässernummer D 07-09.
Überarbeiteter Auszug aus Band 27 "Werte unserer Heimat"
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